Ausbildung zum Rettungsassistent - Interessanter Beruf mit vielen Widrigkeiten. Soll man sich das wirklich antun?
Du spielst mit dem Gedanken eine Ausbildung zum Rettungsassistenten zu abolvieren? Sicher hast du dich schon über die rechtlichen Vorraussetzungen für die Ausbildung zum Rettungsassistent ausreichend informiert? Hast du dir auch die andere Seite der Medaille angesehen?
Hier liest du ein paar kritische Anmerkungen und Denkanstöße über deine Zukunft im Rettungsdienst.
Die Widrigkeiten bei der Karriere im Rettungsdienst fangen schon an bevor die Rettungsdienstausbildung überhaupt begonnen hat. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen wird bei der Ausbildung zum Rettungsassistent kein Ausbildungsgeld gezahlt. Im Gegenteil, für die zweijährige Ausbildung muss zunächst ein Schuldgeld von mehreren tausend Euro gezahlt werden, je nach Rettungsdienstschule und Ausbildungsform. Hinzu kommen die Zeit und Kosten für den Lebensunterhalt während der Rettungsdienstausbildung, in der auch ein Praktikum im Krankenhaus und einer Lehrrettungswache vorgesehen ist. Bringst du bereits medizinische Vorbildung in Form einer Ausbildung zum Rettungssanitäter oder Krankenpfleger mit, verkürzt sich die Ausbildung und die Kosten entsprechend.
Durch das Arbeitsamt (heute Arbeitsagentur) wurde die Ausbildung zum Rettungsassistent lange Zeit - teilweise bis heute- gefördert, was einen starken Überschuss an gut ausgebildetet Rettungsassistenten auf dem Arbeitsmarkt zur Folge hatte bzw. hat. Es ist für einen Rettungsdienstbetreiber also sehr einfach sich mir neuen "frischen" Rettungsassistenten zu versorgen und dann auch noch die Arbeitsbedingungen zu diktieren.
Was passiert nach der Ausbildung zum Rettungsassistent?
Bekomme ich nach meiner Ausbildung zum Rettungsassistent einen Stelle im Rettungsdienst? Werde ich unbefristet angestellt oder bekomme ich nur befristete Jobangebote? Wie sieht es nach der Befristung aus. Besteht die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung? Welches Gehalt wird gezahlt? Werde ich als Rettungssanitäter eingestellt und erbringe Leistungen eines Rettungassistenten? Dies ist bis heute gängige Praxis bei vielen Rettungsdienstunternehmen.
Körperliche und psychische Belastungen. Will und kann ich diesen Beruf als Rettungsassisten ein Lebenlang ausüben?
Die Arbeit als Rettungsassistent ist körperlich anstrengend. Bei jedem Notfalleinsatz muss schweres medizinisches Gerät, wie Notfallkoffer bzw. Notfallrucksack, Beatmungsgerät und EKG mitgenommen werden. Patienten müssen durch Treppenhäuser getragen werden. Die Arbeit im Schichtdienst an Wochenenden, Feiertagen, Silvester und vorallem im Nachtdienst - über Jahre hinweg.
Hinzu kommt die psychisch Belastung und die ständige Konfrontation mit Extremsituation und Tod. Im Rettungsdienst gibt es immer noch keine flächendeckende psychologische Anlaufstellen für Rettungsassistenten die nach belastenden Ereignissen professionelle Hilfe benötigen, um das Erlebte zu verarbeiten. Bei der Polizei, Feuerwehr und sogar bei der Bundesbahn ist solch eine Einrichtung selbstverstädlich.
Das ist für dich alles kein Problem? Dann viel Erfolg bei der Ausbildung zum Rettungsassistent!